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10.000 Jahre alt und immer noch beliebt – der Kürbis

Herbst, das ist die Zeit der bunten Blätter und natürlich der Kürbisse. Wer im Frühjahr Kürbisse angepflanzt und richtig gepflegt hat, kann sich jetzt auf abwechslungsreiche Speisen freuen. In Deutschland wurden Kürbisse vor allem in den letzten Jahren immer beliebter. Doch in Süd- und Mittelamerika wurden sie bereits vor 10.000 Jahren von den Indios angebaut.

Weltweit gibt es 800 Kürbissorten

Blass weiß, gelb, grün, orange, rot sowie diverse Grautöne – Kürbisse existieren in zahlreichen Farben und Formen und mit unterschiedlichen Oberflächenstrukturen. Weltweit sind 800 verschiedene Sorten und rund 100 Gattungen bekannt. Im europäischen Gartenbau finden sich vor allem der Gartenkürbis wie die Zucchini oder der Spaghettikürbis, der Riesenkürbis oder der Moschuskürbis, zu dem beispielsweise der Butternuss- und der Muskatkürbis gehören. Während Kürbisgerichte früher als Arme-Leute-Essen galten, hat sich das im letzten Jahrzehnt enorm gewandelt. Ein Grund für die Renaissance des Kürbisses mag im Halloween-Brauch liegen, der Ende der 1990er-Jahre nach Deutschland schwappte. Nicht nur als herbstliche Dekoration dient der Kürbis seitdem, in der Küche wurde er ebenfalls immer beliebter. Der Boom zeigt sich in der Anbaufläche des Speisekürbisses, die sich innerhalb der letzten zehn Jahre verdreifacht hat. Dreiviertel der Anbaufläche befinden sich in den vier Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Der Kürbis liegt im Trend: 86.664 Tonnen Kürbisse wurden im vergangenen Jahr geerntet.

Kürbisse gibt es in vielen Farben und Formen. Sie sind beliebte Herbstgerichte und eignen sich perfekt zum Dekorieren.

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Der Kürbis ist die größte Beere

Bereits seit Jahrtausenden wird Kürbis angepflanzt. Sorten wie der Flaschenkürbis waren schon 8.000 bis 10.000 Jahre v. Chr. in Peru und Mexiko bekannt. Damit zählt der Kürbis zu den ältesten Kulturpflanzen. Über die Seefahrt kamen Kürbissamen nach Europa und wurden hier ebenfalls kultiviert. Botanisch zählen Kürbisse übrigens zu den Beeren, schließlich liegen die Kerne im Kürbis frei im Fruchtfleisch. Aufgrund seines harten Äußeren wird der Kürbis als Panzerbeere bezeichnet.

Mit der ersten Kürbisblüte beginnt die Vorfreude auf die Ernte im Spätsommer und Herbst.

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Kürbis säen und pflegen

Warm, sonnig und viel Platz – so mögen es Kürbisse. Ihre Aussaat kann Ende April/Anfang Mai erfolgen. Werden Kürbisse erst ab Juni gepflanzt, ist es leider bereits zu spät. Beim Einpflanzen dürfen Kürbisse nicht eingeengt werden: Aufgrund ihrer enormen Rankenlänge brauchen sie einen Pflanzenabstand von bis zu 1,5 m x 1,5 m. Der Kürbis gedeiht nicht gut, wird er neben Dill, Gurken, Kartoffeln oder Kohl angebaut. Mangold und Kürbis vertragen sich wiederum optimal. Die Pflege des genügsamen Kürbisses ist relativ einfach. Haben sich Früchte gebildet, ist sein Wasserbedarf jedoch erhöht. Staunässe sowie das Gießen von oben sind zu vermeiden, um Fäulnis vorzubeugen. Nährstoffe erhält der Kürbis durch das Düngen mit Kompost. Wer einen Komposthaufen hat, sollte den Kürbis gleich dort anbauen, um sich die Arbeit zu erleichtern. Um reifende Kürbisse vor Fäulnis zu schützen, hilft es, sie auf ein Brett zu legen.

Der Klang beim Klopftest verrät, ob der Kürbis reif ist und geerntet werden kann.

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Kürbisse ernten

Der Kürbis ist reif zur Ernte, sobald dieser beim Klopfen hohl klingt, der Stiel trocken und die Schale nicht mehr mit dem Finger einzuritzen ist. Bei der Ernte sollte der Kürbis nicht verletzt werden, da bereits kleine Beschädigungen Eintrittsstellen für Sporen, Bakterien, Viren und Fäulnis darstellen. Am besten wird der Kürbis daher mit einem scharfen und desinfiziertem Messer oder einer sauberen Gartenschere geerntet. Die ersten Kürbisse, die ab Juli geerntet werden können, sind die Sommerkürbisse. Die beliebten Hokkaidos sowie die Muskatkürbisse werden im September geerntet. Ab Mitte September folgt die Erntezeit für den Butternut-Kürbis. Spätestens vor dem ersten Frost sollte die Ernte vollzogen sein!

Kürbisse richtig lagern

Ist der Kürbis selbst geerntet und der Stielansatz intakt, kann die gereinigte Panzerbeere gelagert werden. Ein einwandfreier Zustand der Panzerbeere ist beim Kauf wichtig – vor allem, wenn dieser nicht sofort verspeist werden soll. Ein dunkler kühler Ort ist für seine Lagerung ideal. Wichtig ist, dass keine Äpfel neben dem Kürbis aufbewahrt werden. Grund hierfür ist das von den Äpfeln produzierte Ethylen, das auf anderes Obst und Gemüse als Reifebeschleuniger wirkt. Ein bereits angeschnittener Kürbis hält sich noch etwa drei bis fünf Tage im Kühlschrank.

Aus Kürbissen lassen sich vielfältige Gerichte zubereiten, zu den beliebtesten Speisen gehört die Kürbissuppe.

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Kürbis – vielfältig und köstlich

Klassische oder asiatische Kürbissuppe, Kürbisrisotto, Kürbis gefüllt, Kürbis aus dem Ofen, Kürbiskuchen –die Panzerbeere ermöglicht abwechslungsreiche Gerichte. Nicht nur kalorienarm, ist der Kürbis außerdem gesund, weil er etliche Mineralstoffe wie beispielsweise Eisen, Kalium, Kalzium und Magnesium enthält. Für gesunde Haut und funkelnde Augen sorgt das Beta Carotin, das der Körper in Vitamin A umwandelt. Allgemein gilt, dass der Kürbis umso vitaminreicher und geschmacksintensiver ist, desto stärker seine Farbe ist. Am einfachsten lässt sich der Hokkaido zuzubereiten, da die Schale mitgegessen werden kann. Vorsicht, wenn ein Kürbisgericht etwas eigenartig schmeckt! Viele Kürbissorten können Bitterstoffe bilden, die in hoher Konzentration giftig sind. Von einem Verzehr ist in dem Fall abzuraten!

Wer hat den größten? In vielen Regionen Deutschlands werden im Herbst die schwersten Kürbisse gesucht und prämiert.

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Einfach riesige Kürbisse

Welch ein Koloss! Mit 1008 Kilogramm verwies der schwerste Kürbis bei der diesjährigen Kürbis-Europameisterschaft in Ludwigsburg die leichtere Konkurrenz auf die Plätze. Züchter dieses Schwergewichtes war der 24-jährige Mathias Willemijns aus Belgien, der mit diesem Sieg bereits zum zweiten Mal in Folge gewann. Insgesamt traten 12 Züchter aus acht Nationen mit ihren Kürbissen zur Endausscheidung der Europameisterschaft an. Keine Zeit für die Kürbis- oder Gartenpflege? Bei der Pflege Ihres Gartens oder Ihrer Grünanlage vertrauen Sie lieber den Experten? Dann sind Sie bei RUWE genau richtig. Die RUWE Gartenexperten mähen, pflanzen, pflegen und bewässern die Pflanzen nicht nur zuverlässig, sie beraten Sie zudem gern, wenn Sie Ihren Garten neugestalten oder verändern möchten.