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Ratgeber Garten: Profi-Tipps für den Frühling

Der Frühling steht vor der Tür! Wer sich im kommenden Sommer an einem blühenden Garten und prächtigen Pflanzen erfreuen möchte, sollte jetzt in die Gartensaison starten. Mit unseren Profi-Tipps sind Sie bestens vorbereitet.

Ab Ende März, wenn nicht mehr mit Frost und Schnee zu rechnen ist, fällt der Startschuss für die Gartenarbeit – sei es für die Profis von RUWE oder für passionierte Hobby-Gärtner. Landschaftsarchitektin Susanne Lukaszyk, Grünpflege-Expertin aus dem RUWE-Team, hat für unser Journal eine praktische Übersicht zu allen Handgriffen erstellt, die Sie als Gartenbesitzer jetzt Ende März/Anfang April ausführen sollten.

Frühlingsblüher

Mit den ersten Schneeglöckchen hält der Frühling langsam Einzug. Nun ist die Zeit für Frühlingsblüher wie Tulpen, Narzissen, Krokusse oder Hyazinthen gekommen. Diese wurden bereits im vorangegangenen Herbst gesteckt. Falls Zwiebelblumen nicht aufblühen, liegt das häufig an einem Nährstoffmangel. Dünger, vorzugsweise organischer Dünger, unterstützt in diesem Fall das Aufblühen der Pflanzen.

Pflanzflächen

Wenn die Temperaturen allmählich in den zweistelligen Bereich klettern, kann das im Herbst in den Pflanzflächen und Beeten für die Nützlinge liegen gelassene Laub entweder untergegrubbert oder vollständig entfernt werden. Pflanzen und Beete, die über die kalte Jahreszeit mit einem Winterschutz bedeckt waren, dürfen endlich freigelegt werden (Rosen bleiben noch längere Zeit geschützt).

Entfernen Sie abgestorbene Pflanzenteile von Gehölzen und Stauden, lockern Sie den Boden auf und beseitigen Sie vorhandenes Unkraut. Um eine kräftige und blühende Pflanzung zu erhalten, düngen Sie die Pflanzflächen mit einem Langzeitdünger – vorzugsweise mit einem organischen. Welche Düngersorten Sie einsetzen, ist jeweils abhängig von der Bepflanzung der Fläche (Stauden, Gehölze) bzw. der Flächennutzung (Gemüsebeet, Zierpflanzung, etc.).

In Obstpflanzen hängen evtl. vertrocknete Früchte und Blätter vom Vorjahr fest. Entfernen Sie auch diese restlos für einen gesunden Wuchs im Frühling und Sommer.

Gehölzschnitt

Der Gehölzschnitt an Bäumen, Ziersträuchern und Obstgehölzen sollte bereits erledigt sein, sodass Sie an Obstgehölzen jetzt eventuelle Frostschäden behandeln können. Entstandene Risse in der Baumrinde führen schnell zu Pilzbefall, dem mit einer Baumwachsbehandlung vorgebeugt werden kann. Hat der Obstbaumkrebs bereits zugeschlagen und Ihre Bäume befallen, schneiden Sie die Geschwülste komplett aus dem Holz und verschließen die behandelten Stellen anschließend mit Baumwachs. In diesem Fall ist auch eine übermäßige Versorgung mit Stickstoff zu vermeiden.

Pflanzarbeiten

Frühjahr ist Pflanzzeit, das gilt sowohl für die Umpflanzung als auch für die Neupflanzung von Stauden oder Gehölzen. Ältere Stauden neigen zur Verkahlung in ihrer Mitte. Um die Stauden zu verjüngen und ihnen neue Kraft zu geben, heben Sie die ganzen Wurzelballen heraus und teilen diese. Kranke Wurzeln müssen entfernt werden. Anschließend pflanzen Sie die Stauden mit frischer Erde in die alten Löcher bzw. an einem neuen Standort.

Grünpflege-Expertin Susanne Lukaszyk empfiehlt zwischen Ende März und Ende April winterharte Kletter- und Schlingpflanzen anzulegen. 20 bis 30 cm vor der ausgesuchten Wand oder einem Klettergerüst heben Sie hierfür ein schräg zur Wand geneigtes Loch aus. Da Jungpflanzen noch sehr temperaturempfindlich sind, sollte auf überraschenden Kälteeinbruch geachtet werden. Bei Frost bedecken Sie die Jungpflanzen einfach mit einer Schicht Mulch.

Temperaturempfindliche Obstsorten wie Pfirsiche sollten erst jetzt im März gesetzt werden. Andere Gehölze wie Apfel und Birne lassen sich auch gut schon im Herbst pflanzen. Achten Sie darauf, dass Sie die Pflanzen nicht zu tief oder zu hoch einpflanzen. Der Wurzelhals der Pflanzen darf nur leicht mit Boden bedeckt sein und nicht freiliegen. Eine Düngung und ausreichendes Wässern ist unabdingbar.

Bäume pflanzen Sie am besten mit Baumbockpfahl. Dieser unterstützt den sicheren Stand und aufrechten Wuchs. Da die Bäume schnell großes Wurzel- und Kronenwachstum zeigen, achten Sie auf genügend Abstand zum Nachbargrundstück. Setzen Sie Bäume in ausreichend große Pflanzlöcher, formen einen Gießrand aus und bewässern ihn anschließend ausreichend (ca. 50–100 l) in mehreren Gaben.

Nutzpflanzen auf Fensterbank für die Aussaat ziehen.

Wenn Setzlinge für Nutzpflanzen nicht neu gekauft werden, sollten die meisten Arten jetzt im Gewächshaus oder auf der Fensterbank vorgezogen werden, bevor sie im Mai (nach den Eisheiligen, 11.–15. Mai 2016) ins Freie gesetzt werden.

Pflanzstäbe gut reinigen.

Pilzbefall an kleineren Pflanzen entsteht häufig durch den Gebrauch alter Pflanzstäbe. Die hartnäckigen Sporen nisten sich über den Winter in Holzritzen ein und infizieren bei Wiederverwendung frische Pflanzen wie zum Beispiel Tomatensträucher. Abhilfe schafft hier das gründliche Abschrubben mit Seifenlauge. Metall- und Kunststoffstäbe sind einfach zu reinigende Alternativen.

Population von Gartennützlingen fördern.

Durch den zunehmenden Einsatz exotischer Pflanzen siedeln sich Wespen, Bienen, Hummeln und andere nützliche Insekten immer weniger in regionalen Gärten an. Schaffen Sie zum Frühlingsstart einen Platz für Wildbienen – zum Dank übernehmen diese die natürliche Schädlingsbekämpfung. Sogenannte Insektenhotels können die Population der Gartennützlinge ansteigen lassen. Dies gilt ebenso für einheimische, blüten- und nahrungsreiche Stauden und Gehölze. Belassen Sie das Laub bis zum Frühjahr in den Pflanzflächen, damit es als als Winterquartier für Marienkäfer und andere nützliche Insekten dienen kann. Der Einsatz chemischer Mittel wird durch diese natürlichen Maßnahmen deutlich reduziert.

Rasenflächen

Kahle Rasenstellen können ab März mit Rasensamen behandelt werden. Achten Sie darauf den Rasen vor dem Sähen gut durchzuharken und die erste Düngung mit Rasendepotdünger durchzuführen. Wenn viel Rasenfilz vorhanden ist, sollte der Rasen frühestens nach dem ersten Schnitt (Ende April/Anfang Mai) vertikutiert werden. Beim Vertikutieren wird die Grasnarbe max. 2–3 mm geritzt um vorhandenen Rasenfilz zu entfernen und dem Rasen mehr Luft zum Wachsen zu geben.

Gartenteich

Im Gartenteich kann jetzt der Röhricht/das Schilf zurückgeschnitten sowie lose Blätter und anderes Grünzeug gründlich entfernt werden – auf diese Weise wirken Sie der Algenbildung konsequent entgegen. Falls der Teich in der Vorsaison über die Hälfte der Wasseroberfläche zugewachsen ist, entfernen Sie einzelne Teichpflanzen im besten Fall vollständig.

Holzmöbel mit Öl und Farben wieder auffrischen.

Wenn Sie Ihre Holzmöbel aus dem Winterschlaf holen, fällt Ihnen vielleicht auf, dass sie durch die Sonneneinstrahlung an Farbintensität verloren haben. Mit speziellen Holzfarben und -ölen pflegen und werten Sie Ihre Möbel wieder auf.

Also packen Sie den Frühjahrsputz an.

Unsere Experten aus der RUWE-Grünpflege wünschen Ihnen einen erfolgreichen Start in die Gartensaison. Und falls Sie Ihren Garten doch in die Hände der RUWE-Profis geben möchten, nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf.