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Winterschnitt von Bäumen, Hecken und Sträuchern

„Wann“, „Wie“ und „Wie viel“? RUWE beantwortet die entscheidenden Fragen des Winterschnitts von Bäumen, Hecken und Sträuchern.

Fruchtmumien aus dem Vorjahr sollten vollständig entfernt werden.

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Einen guten Schnitt machen

Wenn der Winter dem Frühling weicht, müssen sämtliche Fäll-, Rodungs- und Schnittarbeiten erledigt sein. Im Berliner Raum dürfen diese Arbeiten lediglich von Oktober bis Februar gemäß geltendem Naturschutzgesetz vorgenommen werden. Denn in der Zeit von März bis September betreiben diverse Vögel Nestbau zur Erhaltung der eigenen Art.

Wann ist die Zeit reif für den Winterschnitt an Obstbäumen?

Gerade weil professionelle Obstbauberater das Schneiden von Obstbäumen idealerweise im Februar bei frostfreier Witterung (mindestens +5 Grad Celsius) sehen, sollte der Hobbygärtner auch in der Zeit tätig werden. Im Winter sind die Bäume noch unbelaubt, was dem Hobbygärtner einen guten Durchblick gewährleistet.

Temperatur und Witterung für den Obstbaumschnitt

Bei Frost werden Sie selbst kaum Lust verspüren, die Gartenschere anzusetzen – und auch Ihre Bäume sollten Sie dann verschonen. Die Gefahr, dass Zweige abbrechen oder ausreißen und das Gehölz dadurch in Mitleidenschaft gezogen wird, ist zu groß. Als Regel gilt: Einen Schnitt bei Frost sollten Sie lieber lassen und die Zeit im Haus genießen. Ab +5 Grad Celsius hingegen ist ein Schnitt optimal.

Wenige Schnittstellen am Obstbaum

„Nicht schnipseln, sondern herzhaft schneiden“ – nach dieser Devise bewerkstelligen Sie einen erfolgreichen Winterschnitt. Seien Sie großzügig und nehmen Sie ganze Astpartien weg, als nur hier und da ein wenig „herumzuschnipseln“. Denn: Je weniger Schnittstellen, desto weniger Wunden hat der Baum zu verwalten.

Geräte für den Obstbaumschnitt

Hier ist reine Muskelkraft gefragt. Lassen Sie die Motorsäge im Schuppen, denn im Obstbaumschnitt hat diese nichts zu suchen. Die Äste kann man mit Schere bzw. verstellbarer Bügelsäge ohne Gewebeverletzungen abschneiden. Wenn die Bügelsäge verwendet wird, ist die Schnittstelle mit einem scharfen Messer (Hippe) glatt nachzuschneiden, um die Überwallung der Wunde zu verbessern.

Das Formen der Obstbaumkrone

Streben Sie beim Formen der Krone stets den natürlichen Habitus und eine lichte Krone an. Achtung! Unnötiges starkes Kappen der Leitäste führt zu Stresstrieben (Wassertriebe). Auslichten der Obstbaumkrone Damit die Früchte ausreichend mit Sonne versorgt werden, ist die Krone zudem so zu bearbeiten, dass sie licht und locker gedeiht. Äste, die sich gegenseitig behindern, übereinanderliegen oder bereits abgestorben sind, sollten ebenso eliminiert werden, wie Triebe, die nach innen wachsen.

Bei den Schnittarbeiten muss darauf geachtet werden, dass keine Vögel mehr in den Hecken, Bäumen oder Sträuchern nisten.

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Fruchtmumien entfernen

Zu einem guten Obstbaumschnitt gehört auch das Entfernen von „Fruchtmumien“. Dies sind alte Früchte aus dem Vorjahr, die noch am Baum hängen oder darunter liegen. Fruchtmumien sind Überträger von Pilzkrankheiten bzw. Schädlingen, die den Baum im kommenden Jahr erneut schwächen.

Heilmittel für Wunden am Obstbaum

Einige Experten raten, die nach dem Schneiden entstandenen Schnittstellen mit einem Wundverschlussmittel zu behandeln, das umherfliegende Sporen und Krankheitserreger abwehrt. Die Behandlung zum Beispiel mit Bienenwachs lohnt sich, da dieses antibakteriell wirkt und nebenbei auch noch ein natürliches Produkt ist.

Hecken sollten erst ab einer Temperatur von mindestens +5 Grad geschnitten werden.

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Schnitt von Hecken und Sträuchern

Der ideale Zeitraum für einen großzügigen Schnitt von Sträuchern, die im Sommer und Herbst zur vollen Entfaltung kommen, ist abhängig von der Pflanzenart und -sorte. Wie eingangs bereits erwähnt darf im Berliner Raum nur in der Zeit von Oktober bis Februar geschnitten werden. Genau wie beim Beschnitt von Obstbäumen sollten Sie darauf achten, dass die Temperatur nicht weniger als +5 Grad Celsius beträgt. Für einen schonenden Form- und Pflegeschnitt an Hecken hingegen können Sie gerne das ganze Jahr über zu Werke gehen. Aber bitte haben Sie hierbei ein Auge für mögliche Mitbewohner in Ihrem Garten: Heckenabschnitte, die von Vögeln als Nistplatz benutzt werden, müssen sie verschonen.

Der Gehölzschnitt

Der regelmäßige Gehölzschnitt ist notwendig für die reibungslose Bildung neuer Triebe und nicht zuletzt für die Ästhetik. Bei dem Schnitt sollten abgestorbene Pflanzenteile sowie überalterte Triebe, reibende und nach innen wachsende Triebe entfernt werden. Die restlichen Triebe sind auf unterschiedliche Höhen habitusgerecht einzukürzen. Im besten Fall über einer außen stehenden Knospe. Die richtige Technik Beim Schnitt ist zu beachten, dass Sie Äste und Triebe stets im 90-Grad-Winkel (leicht schräg nach außen) zum Ast abgeschnitten werden, damit die Schnittstelle so klein wie möglich bleibt, um die Pflanze vor Pilzbefall zu schützen und ein gutes Zuwachsen der Schnittöffnung zu gewährleisten.

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