Pressemitteilung

RUWE beendet Winterdienst-Saison

Herr Tschäpe, die dramatische Winter-Eis-Situation des Vorjahres hat sich nicht wiederholt. Ging mit weniger Glätte dennoch alles glatt?

Es stimmt: Mit zehn Voll- und einigen Teileinsätzen ist diesmal alles im Rahmen geblieben. Darunter waren drei Tage, an denen wir zweimal ausrücken mussten – entweder weil es noch einmal geschneit hat, oder weil durch Regen Glätte entstand. Insofern konnten wir eine Menge neuer Technik, die wir zuvor neu installiert haben, entspannt testen – und feststellen, dass sie sich bewährt hat.

Fahrzeug-Tracking und neue Technik - Um was handelt es sich genau?

Zum Beispiel hat unser neues GPS-System seine Bewährungsprobe bestanden. Ebenso unser Leitstand, der es gestattet, auf fünf Großbildschirmen alle Touren der Räumdienst- Teams präzise zu verfolgen. Egal wo sich die Einsatzkräfte gerade befanden und mit welcher Geschwindigkeit die Fahrzeuge unterwegs waren – zu jedem Zeitpunkt konnten wir Touren einzelner Teams unter Berücksichtigung ihres augenblicklichen Standorts umdisponieren. Günstig dabei war auch, dass wir dies nicht unter Volllast tun mussten. Und weil bis in den Dezember hinein kein Schnee fiel, konnten wir an unseren Fahrzeugen diesmal zusätzliche Wartungen durchführen und einige Überprüfungen noch exakter vornehmen. Selbstverständlich ist ein solcher Winter für uns wirtschaftlich vorteilhaft – man muss diesen Vorteil aber auch nutzen.

Heißt das für Hauseigentümer, dass die seit 2011 erhöhten Winterdienstkosten auch durch einen milden Winter nicht reduziert werden?

Zunächst einmal waren wir durch das verschärfte Straßenreinigungsgesetzes vom November 2010 – wie alle anderen Räumdienste auch – aufgefordert, auf Eisvermeidung hinzuarbeiten und gegebenenfalls zwei Einsätze pro Tag einzuplanen. Diese Forderung war mit einem wesentlich erhöhten Material- und Personalaufwand abzusichern.Daher sind die Vorhaltekosten für uns ein eminent wichtiges Thema.

Das Personal wird ja in jedem Fall bezahlt – Ist das wirklich so?

Ja, natürlich! Die Vorhaltekosten machen bei uns 60 bis 65 Prozent der Gesamtkosten aus. Erst einmal sind alle erforderlichen Ersatzteile für unseren Fuhrpark zu beschaffen. Weil dies im Vorhinein erfolgen muss, ist eine entsprechende Lagerhaltung durchzuführen – und zwar in erheblichem Umfang, denn unser Fuhrpark hat einen Bestand von über 550 Winterdienst-Fahrzeugen. Nach dem Winter entstehen gewöhnlich weitere Wartungs- und Reparaturkosten. Die fixen Personalkosten fallen an, ob es schneit oder nicht. Unsere Mitarbeiter erhalten ihren Lohn unabhängig vom Wetter. Wenn sich die Zahl der Einsatztage über unsere Planung hinaus erhöht, bekommen sie noch einen Zuschuss. Hinzu kommen die Kosten für Treibstoff und Streugut, das wir in großen Mengen in unseren Betriebshöfen und auch auf gemieteten Lagerplätzen vorhalten müssen. Übrigens: Selbst in diesem Winter haben wir 60 Prozent unseres Streuguts verbraucht. Zum letzten Mal am 21. Februar, als es in diesem Winter mal ordentlich schneite.

Wie hoch belaufen sich denn diese Vorhaltekosten insgesamt?

Es handelt sich um eine hohe siebenstellige Summe. Aber zusätzlich müssen wir auf einen rationellen Finanzmitteleinsatz achten, weil ja regelmäßig neue Technik anzuschaffen ist und der kommende Winter auch mal wieder richtig hart werden kann. Gerade jetzt haben wir noch einmal Investitionen in Höhe von einer Million Euro getätigt.

Eine Rückzahlung für Hausbesitzer ist also nicht zu erwarten?

Ausgeschlossen. Wir fordern ja auch nichts nach, wenn der Winter besonders hart ist. Allerdings gibt es durchaus eine Möglichkeit, die Kosten für Grundeigentümer zu senken.

Weniger zahlen für Hausbesitzer? Wie soll das gehen?

Lückenschließung: Das Thema habe ich am 17. Februar mit dem Präsidenten des Verbandes Deutscher Grundstücksnutzer – VDGN, Peter Ohm, besprochen. Da stand bereits der nächste Winter zur Debatte.

Seine Frage war: Kann RUWE günstigere Konditionen anbieten, wenn die Firma in einer Straße durchgängig mehrere oder alle Grundstücke beräumen würde?

Meine Antwort lautet: Ja, wir können den Anwohnern in diesem Fall Rabatte gewähren, weil im Vergleich zu Inselobjekten bei uns erheblich geringere Kosten anfallen.

Alle in einer Straße: Was unternehmen Sie denn, um diese Idee zu popularisieren?

In einigen Gegenden, etwa im Grunewald oder in Tegel, werden wir mit Blick auf den kommenden Winter alle Hausbesitzer anschreiben und ihnen dieses Angebot unterbreiten. Auch über die Kanäle des VDGN wird das Thema im April kommuniziert werden. Wenn sich also mehrere Hausbesitzer zusammenschließen und uns die Beräumung einer gesamten Straßenfront gestatten, regeln wir den Preis neu. Für uns ist es ein spürbarer Vorteil, wenn der Tourenfahrer die Bürste gleich unten lassen kann.

Gab es auch in diesem Winter Beschwerden?

Natürlich, die gibt es immer mal. Wir sind daraufhin auch schon bei einem Zentimeter Schneehöhe ausgerückt, wenn es telefonische Nachfragen beunruhigter Anrainer gab, wo wir denn bleiben. Andererseits gab es wiederum Beschwerden wegen des morgendlichen Geräuschpegels bei der Beräumung der Gehsteige. Aber das wird wohl immer so sein.

Gebäudereinigung ist ein großes Thema bei RUWE. Gibt es Neuigkeiten?

Und ob. Wir sind in der Gebäudereinigung im letzten Jahr um 40 Prozent gewachsen – und zwar mit großen renommierten Kunden. Deshalb haben wir diesen Geschäftsbereich aus der bisherigen Struktur herausgelöst und in einen eigenen Betriebsteil umgewandelt. Der agiert jetzt völlig eigenständig. Damit ist die Gebäudereinigung nun unser zweites Standbein. Auch hier bieten wir Konditionen, die überaus attraktiv sind. Anruf genügt, und wir schauen uns die Immobilie an. Bis zum Hausmeister-Service bieten wir alles aus einer Hand.